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PHYSIKALISCHE BEHANDLUNG
Phototherapie
Schon seit über hundert Jahren ist es allgemeines Erfahrungsgut,
daß ein Großteil der Patienten mit Schuppenflechte während
der strahlungsintensiven Jahreszeiten eine deutliche Verbesserung bemerkt.
Für die heilsame Wirkung des Sonnenlichtes ist vor allem die sehr
kurzwellige und energiereiche Ultraviolett-B-Strahlung mit Wellenlängen
zwischen 280 und 315 Nanometern (nm) verantwortlich, wobei allerdings
Strahlung unterhalb von 290 nm Wellenlänge die Erdoberfläche
bis jetzt kaum erreichen konnte.
Das Sonnenlicht umfaßt noch den UV-A-Bereich (315-380 nm), das sichtbare
Licht (380-780 nm) und den langwelligen Infrarotbereich (> 780 nm),
in den auch die Wärmestrahlung fällt. Die UV-B-Strahlung regt
in den pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) der unteren Zellschichten
der Oberhaut die Pigmentproduktion an und führt so zur Spätbräunung.
Bei zu langer Einwirkungsdauer verursacht sie Schäden in den Hautzellen,
die Haut reagiert mit einem entzündlichen "Sonnenbrand",
um die Zellschäden zu reparieren. Das UV-A-Licht ist vor allem für
die Sofortpigmentierung der Haut verantwortlich. Helle Pigmentvorstufen
werden schnell zu dunklen Pigmenten umgewandelt. Die DVA-Strahlen dringen
bis in die Bindegewebsschichten der Haut ein. Die Wirkung der UV-B-Strahlung
auf die Schuppenflechte beruht wahrscheinlich auf einer Hemmung der Zellaktivität
bei den sich sonst viel zu schnell teilenden und verhornenden Hautzellen.
Zusätzlich werden in der Haut immunologische Prozesse durch das UV-B
beeinflußt.
Das wichtigste Phototherapieverfahren zur Behandlung der Schuppenflechte
ist deshalb die Bestrahlung mit UV-B, die "selektive Ultraviolett-Phototherapie
(SUP)". Vor Beginn einer Phototherapie ist die Ultraviolettempfindlichkeit
jedes Patienten zu bestimmen. Wir möchten ja keinen Sonnenbrand erzeugen,
sondern so dosieren, daß
eine Wirkung auf die Schuppenflechte einsetzt, ein Sonnenbrand aber gerade
noch vermieden wird. Für den Typ 1 ist aufgrund der deutlichen Überempfindlichkeit
eine Ultraviolettphototherapie nicht geeignet. Der Arzt würde hier
die Schuppenflechte mehr reizen als zurückbilden.
Für die übrigen Hauttypen muß vor Therapiebeginn die Ultraviolettempfindlichkeit
ausgetestet werden. Hierzu wird die minimale Rötungsdosis (MED =
Minimale Erythemdosis) für UV-B bestimmt. Es werden dazu an der Gesäßregion
(nicht gebräunt) in 6-8 bezeichneten Arealen genau bestimmbare ansteigende
Ultraviolett-B-Dosen eingestrahlt.
Die Behandlung mit den Ultraviolettbestrahlungslampen beginnt mit einer
Strahlungsdosis knapp unterhalb der errechneten minimalen Erythemdosis.
Im Verlauf der Bestrahlungsserie wird zunächst eine Steigerung um
20 %, dann um 30 %, um 40 %, um 50 % usw. vorgenommen. Der behandelnde
Arzt begutachtet die Patienten jeweils vor Beginn der neuen Einstrahlung.
Sollte eine stärkere Rötung als gewünscht auftreten, wird
die Behandlung zunächst unterbrochen und nach dem Abklingen der Rötung
nur noch mit 50 % der letzten Dosis bestrahlt. Versäumt der Patient
einen Behandlungstag, wird die zuletzt verwendete Dosis angesetzt. Neuerdings
können auch schwer erreichbare Schuppenflechteherde bestrahlt werden.
Als besondere Bestrahlungsquellen für Nägel wurden "Ultraviolett-Hochintensiv-Punktstrahler"
entwickelt, für den behaarten Kopf kammartige, ultraviolettabstrahlende
Geräte. Die Behandlungserfolge sind zwar sehr unterschiedlich; ein
Versuch ist aber auf jeden Fall lohnend.
Vorgehen bei der
Phototherapie:
1. Wichtig ist, daß der Arzt die Krankengeschichte ganz exakt nachvollzieht.
Er wird seine Patienten besonders über bekannte Lichtunverträglichkeiten,
die Einnahme von Medikamenten (in früheren Jahren vor allem Arsenpräparate)
bzw. die Benutzung von Kosmetika befragen, die unter Umständen photoverstärkende
oder photoallergische Reaktionen auslösen können.
2. Des weiteren wird der Arzt Ihre gesamte Haut untersuchen und vor allem
auf mögliche Lichtschäden achten. Patienten, die durch Lichtschäden
ausgelöste Neubildungen (Hautkrebsvorstufen, Hautkrebs) zeigen bzw.
angeben, daß sie früher aufgrund derartiger Hautveränderungen
behandelt worden sind, müssen von einer Ultraviolettbestrahlung ausgeschlossen
werden.
3. Erst danach bestimmt der Arzt mit Hilfe der minimalen Rötungsdosis
(MED) die Anfangsdosis und legt ein Bestrahlungsprotokoll an.
4. Normalerweise wird an 5 Tagen pro Woche jeweils einmal bestrahlt. Unter
Umständen sind auch lediglich 3 Bestrahlungen pro Woche möglich.
Die Dauer der Phototherapie beträgt im Mittel 25 Tage.
5. Während der Bestrahlung müssen die Augen durch eine Abdeckung
oder eine UV-Strahlung absorbierende Sonnenbrille geschützt sein.
Von zusätzlichen Sonnenbestrahlungen raten wir ab (sie müssen
aber auf jeden Fall in das Protokoll eingehen, damit der Arzt die künstliche
Bestrahlung dementsprechend reduzieren kann).
6. Der Arzt erklärt Ihnen, wie Sie die Haut nach einer Bestrahlung
pflegen sollten.
7. Häufig wird der Arzt Zusatzbehandlungen festlegen, z. B. eine
regelmäßige Abschuppung, Bäder bzw. Duschen vor Ultraviolettbestrahlung
(eine feuchte Hornschicht wird von Ultraviolettstrahlen besser durchdrungen).
Mögliche Nebenwirkungen Außer der jederzeit möglichen
Sonnenbrandreaktion, die jedoch wegen der permanenten ärztlichen
Kontrolle zur Ausnahme gehören sollte, ist im Verlauf der Bestrahlungszeiten
je nach Typ eine Hautbräunung feststellbar. Dies wird allerdings
meist als willkommener Zusatzeffekt bewertet. Starken Austrocknungszuständen
der Haut begegnet man durch eine entsprechende Pflege, d. h. die Patienten
dürfen und sollen sich nach der Bestrahlung so oft sie wünschen
mit Wasser-in-Öl-Emulsionen eincremen.
Über mögliche Langzeitschäden, insbesondere das heute so
vieldiskutierte Hautkrebsrisiko, liegen zum gegenwärtigen Zeitpunkt
keine wissenschaftlich eindeutig gesicherten Informationen vor, die ein
erhöhtes Risiko befürchten ließen. Um jedes Risiko auszuschließen,
muß die Genitalregion unbedingt von der Bestrahlung ausgenommen
werden, da hier die Haut sehr dünn ist und somit nur einen geringen
Eigenschutz gegenüber Lichtstrahlen aufweist.
Kombinationen der Phototherapie mit anderen Methoden
Göckerman-Methode
Die Kombination von Teer (insbesondere Teerbäder) mit Ultraviolettbestrahlungen
ist als "Göckerman-Methode" bekanntgeworden. Dabei wird
eine 2-5%ige Teerpräparation (z. B. in Vaseline) mehrmals täglich
auf die Haut aufgetragen. Nach 24 Stunden wäscht man den Teerüberschuß
ab und führt eine Ganzkörper-UV-Bestrahlung durch, bis eine
eben sichtbare leichte Rötung entsteht.
Ingram-Methode
Nach vollständigem Abschuppen der Schuppenflechteherde wird ein Teerbad
durchgeführt und anschließend mit selektivem Ultraviolett (UV-B)
bis knapp zum Rötungseffekt bestrahlt. Direkt im Anschluß oder
einige Stunden später kann dann auf die vorbehandelten Herde Cignolin,
am besten in Pastenform (0,25-1 %), aufgetragen werden. Bei guter Verträglichkeit
erfolgt am Nachmittag eine weitere Cignolinbehandlung.
Die Wirkung der UV-Bestrahlung kann durch vorheriges Anfeuchten der Haut
und durch Salzsolebäder intensiviert werden. Diese Therapieform wird
bei sehr schweren Psoriasisformen, vor allem bei pustulösen Erscheinungsbildern,
eingesetzt.
UV-B und Retinoide
Als sehr wirkungsvolle Therapie hat sich früher die Kombination von
UV-B-Strahlung mit dem Retinoid Etretinat erwiesen. Möglicherweise
ist die Kombination mit dem Nachfolgepräparat Acitretin gleichfalls
erfolgversprechend. Hierfür fehlen aber noch größere Erfahrungen.
Photochemotherapie
(PUVA)
Ein aufgetragener oder eingenommener "Photosensibilisator" wird
durch eine UV-A-Bestrahlung zu einem Zellgift. Ultraviolett-A allein hat
ebenso wie der eingenommene oder aufgetragene Sensibilisator nicht diese
Wirkung. Als Photosensibilisator kennen wir die Psoralene. Diese Substanzen
sind photoaktive Abkömmlinge der Furanocumarins, das in vieler Pflanzen
vorkommt (Herkulesstaude, Bergamotte u. a.). Dies( Substanzen führen
zu einer Verstärkung der lichtinduzierten Hautreaktionen bis hin
zum schweren Sonnenbrand, wenn der Prozeß nicht vorsichtig gesteuert
wird. Die zellschädigenden Effekte der Photochemotherapie sind bei
der Behandlung der Schuppenflechte erwünscht Die Wirkung der Therapie
beruhe darauf, daß es in den Zellkernen am DNA-Faden (an der Erbsubstanz;
zur Vernetzung der gegenüberliegenden Molekülstränge kommt.
Die Zellteilung wird dadurch stark gehemmt oder völlig gestoppt.
Die heute am häufigsten eingesetzten Psoralene sind das 8-Methoxypsoralen
(8-MOP), das 5-Methoxypsoralen (5-MOP, Bergapten) und das Trimethylpsoralen.
Belichtet wird mit UV-A-Strahlern, die mit Leuchtstoffröhren ausgerüstet
sind und Ultraviolettlicht mit einer maximalen Wellenlänge von 360
nm ausstrahlen.
Die Psoralendosierung (8-MOP) richtet sich nach dem Körpergewicht.
Erfahrungsgemäß müssen etwa 0,6 mg Psoralen / kg Körpergewicht
eingenommen werden. Zwei Stunden danach erfolgt die Bestrahlung. Die UV-A-Anfangsdosis
muß für jeden Patienten über die "minimale (geringste)
Phototoxizitätsdosis" (MPD) bestimmt werden. Die MPD wird 2
Stunden nach Einnahme des Psoralens ähnlich wie die minimale Rötungsdosis
für UV-B (siehe Seite 64) bestimmt. Die Bestrahlungen erfolgen bei
der PUVA-Therapie entweder an 4 Tagen pro Woche oder jeweils am Montag,
Mittwoch und Freitag. Die Ultraviolettdosis wird in kleinen Schritten
gesteigert. Generell sollte nie ummehr als 30 der letzten Einstrahlungsdosis
gesteigert werden. Ist an nichtbefallenen Hautpartien eine deutliche Rötung
zu sehen, wird die Dosis sofort verringert, oder die Bestrahlungen werden
ganz eingestellt. Der Arzt kann die erstmalige UV-A-Einstrahlung auch
in Abhängigkeit vom Hauttyp dosieren. Nach der Rückbildung der
Hauterscheinungen wird sich im allgemeinen eine Erhaltungsbehandlung anschließen.
Mit der zuletzt erreichten Ultraviolettdosis bestrahlt man während
weiterer 2-3 Monate nur noch 1-3mal pro Woche. Bleibt der erscheinungsfreie
Hautzustand damit erhalten, kann man die Behandlung auf 1 Bestrahlung
pro Woche reduzieren oder ganz einstellen. Erscheinungsfreie Intervalle
von 12 und mehr Monaten sind nach unseren Erfahrungen durchaus normal.
Stationen einer Photochemotherapie:
- Gründliche Aufnahme der Krankengeschichte unter besonderer Beachtung
möglicher Gründe, die gegen eine Photochemotherapie sprechen
könnten:
--o lichtbedingte Hautveränderungen und deren Vorstufen
s früher schon aufgetretene und behandelte Hautkrebse bzw. deren
Vorstufen
· Arsenbehandlungen
-· Behandlungen mit Methotrexat
- Einnahme von Medikamenten, die zur Lichtunverträglichkeit führen
können
- akut bestehende Leber- oder Nierenerkrankungen
- (geplante) Schwangerschaft und Kinderwunsch beim Mann 2. Aufklärung
und Information der Patienten. Ausgabe eines Bestrahlungsmerkblattes und
schriftliche Bestätigung des Patienten, die die Einwilligung zur
Therapie sowie die lückenlose Aufklärung bestätigt.
- Laboruntersuchungen, um insbesondere Leberwerte, Nierenwerte, Blutzuckerspiegel
und das Blutbild zu prüfen.
- Augenärztliche Untersuchung, um vor allem eine Linsentrübung
auszuschließen und eine UV-A-Schutzbrille anzupassen. 5. Bestimmung
der Lichtempfindlichkeit der Haut.
- Beginn der Bestrahlungen mit der Dosis, die bei der Lichttestung gerade
noch eine Rötung ergeben hat, nachdem 2 Stunden vorher 0,6 mg/kg
Psoralen eingenommen wurden. In der Regel werden 4 Bestrahlungen pro Woche
durchgeführt, wobei jeweils nach 2 Bestrahlungen eine Pause einzulegen
ist. Die Gesamtbestrahlungsdauer dauert selten mehr als 8 Wochen. Eine
Dosissteigerung erfolgt immer nur am Tage nach der Bestrahlungspause.
Genitalregion abdecken! 7. Laboruntersuchungen und eine augenärztliche
Kontrolle 4 Wochen nach Therapiebeginn und nach Abschluß der Behandlung.
8. Als Zusatzbehandlung lediglich abschuppende Maßnahmen, Ölbäder
und pflegende Salben. Die PUVA-Therapie wird nur bei einer Schuppenflechte
mit großer Ausdehnung angewandt, wenn die herkömmlichen Therapiemöglichkeiten
zuwenig Wirkung zeigen oder ganz versagen. Erythrodermien und pustulöse
Schuppenflechteformen können mit der PUVATherapie wirkungsvoll behandelt
werden.
Generell sind sich die Ärzte darin einig, den Einsatz der Photochemotherapie
sehr kritisch abzuwägen, da ihre Langzeiteffekte noch nicht genügend
bekannt sind. Als mögliche Langzeitnebenwirkungen werden derzeit
chronische Lichtschäden, eine beschleunigte Hautalterung, die Entwicklung
von Krebsvorstufen in der Haut und die Auslösung verschiedener Hautkrebsarten
diskutiert. Während der Behandlung können gelegentlich Übelkeit,
Juckreiz und Hautbrennen vorkommen, die einen Therapieabbruch erfordern.
Eine Hautbräunung folgt gewöhnlich der Behandlung in Abhängigkeit
von der Bestrahlungsdauer. Sie kann gleichmäßig, wegen der
unterschiedlichen Hautbeschaffenheit aber auch gefleckt ausfallen. Gelegentlich
wurde über Nagelverfärbungen, verstärkten Körperhaarwuchs
und Hautblasenbildung berichtet.
Nach Beendigung der Therapie bilden sich diese Veränderungen wieder
zurück.
Örtliche PUVA-Therapie
Zur Therapie kleinflächiger, behandlungsresistenter Schuppenflechteformen
kann man das Psoralen als 0,15 %ige Lösung auf die Herde aufpinseln
und 30-60 Minuten später eine UV-A-Bestrahlung anschließen.
Vor der Behandlung muß die generelle Lichtempfindlichkeit der Haut
bestimmt werden, damit der Arzt die individuelle Bestrahlungsdosis festlegen
kann.
Die Dosissteigerung richtet sich nach dem Hauttyp und dem Krankheitsverlauf.
Die lokale PUVA-Behandlung hat den Vorteil, daß die Psoralene nicht
im ganzen Körper wirksam werden können und das Risiko möglicher
Spätwirkungen dadurch sehr begrenzt wird.
Ein Nachteil ist jedoch, daß schädliche überschießende
Lichtreaktionen entstehen, wenn sich die aufgepinselte Lösung in
Hautvertiefungen - besonders in den Hautspaltlinien -anreichert. Die Durchführung
dieser Therapie erfordert daher eine sehr große Erfahrung des behandelnden
Arztes und die regelmäßige Kontrolle des Patienten.
Röntgenstrahlen
Eine Röntgenbestrahlung von Schuppenflechteherden mit weicher Röntgenstrahlung
(Grenzstrahlen) wird nur noch in besonderen Ausnahmefällen durchgeführt.
Bei der Röntgenfernbestrahlung steht die Strahlungsquelle in 2 Metern
Abstand vom Patienten. Die gesamte Strahlendosis gelangt auf die Haut
und kommt nur direkt am Ort des Krankheitsgeschehens zur Wirkung. Da die
weiche Röntgenstrahlung nur in die obersten Hautschichten eindringen
kann, ist keine Allgemeinwirkung auf den Körper zu erwarten. Das
Abdecken der Genitalregion einschließlich Hoden oder Eierstöcke
ist dennoch selbstverständlich.
Es werden vor allen Dingen sehr stark verhärtete Einzelherde, bei
denen keine andere Therapie anschlägt, 3mal im Abstand von je 8 Tagen
bestrahlt. Auch von der Psoriasis betroffene Zehen- und Fingernägel
können nach einer Röntgenbestrahlung an 3 aufeinanderfolgenden
Tagen Besserung zeigen.
Auch bei der psoriatischen Erythrodermie kann mit einer Röntgenfernbestrahlung
an 2 aufeinanderfolgenden Tagen ein günstiger Effekt erzielt werden.
Eine Wiederholung der Behandlung nach 5-7 Tagen ist möglich. Als
maximale Dosis gelten jedoch 3-5 Gray. Die Haut können Sie mit Vaseline
pflegen.
BÄDER
Bäder werden bei der Psoriasis seit altersher als pflegende Maßnahme
und als vielseitig verwendbare Therapieform eingesetzt.
Pflegende Bäder
Es hat sich als sehr günstig erwiesen, zur Nachbehandlung und in
den behandlungsfreien Intervallen Vollbäder mit rückfettenden
Substanzen einzusetzen. Zum einen wird hiermit eine gewisse Geschmeidigkeit
der Haut erzielt, zum anderen können die hautberuhigenden Effekte
ausgenutzt werden. Die wohltuende, das Nervensystem und den Gesamtorganismus
beruhigende Wirkung eines Vollbades sollte man nicht unterschätzen.
Heilende Bäder
Dem Wasser können medizinische Wirkstoffe zugesetzt werden. Hier
kommen vor allem Teerpräparate, oft in Kombination mit rückfettenden
Substanzen, zur Anwendung. Die Wirkung des Teers wird durch eine anschließende
Ultraviolett-Bestrahlung deutlich verstärkt (siehe Seite 66).
Das Badewasser kann auch mit Psoralenen versetzt werden, die bei der direkt
anschließenden UV-ABestrahlung ihre Wirkung auf der Haut entfalten
(siehe Seite 66). In jüngster Zeit hat man mit wasserdichten Folien
gleich gute Erfolge erzielt. Auf die Folie werden einige Liter einer psoralenhaltigen
Lösung aufgebracht und der gesamte Körper - mit Ausnahme des
Kopfes - darin eingewickelt. Diese Behandlungsformen können nur in
einer Praxis erfolgen, die gleichzeitig über Badeeinrichtungen und
eine entsprechende Bestrahlungsanlage verfügt. Wirksamkeit und Verträglichkeit
werden dafür als gut bezeichnet.
Bei Zugabe von Salz (Siedesalz, Steinsalz) in höheren Konzentrationen
ist ein schuppenlösender Effekt festzustellen. Nach einem Bad in
stark konzentrierter Salzlösung (25-30 %ig) verstärken die sich
auf der Haut ablagernden Salzkristalle durch vielfache Reflexionen der
Strahlung die Wirkung einer anschließenden UV-Behandlung.
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