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Das Neurodermitis-Lexikon
WAS VERSTEHEN WIR UNTER DEM BEGRIFF SCHUPPENFLECHTE?
Die Schuppenflechte ist eine relativ häufig vorkommende, im Erbmaterial
festgelegte Hauterkrankung mit scharf begrenzten, geröteten und schuppenden
Herden. Die Hauterscheinungen zeigen sich überwiegend an den Streckseiten
des Körpers, vor allem an Ellbogen und Kniescheiben, aber auch in
der Kreuzbeinregion. Die Größe der einzelnen Herde kann sehr
unterschiedlich sein, sie variiert zwischen tropfen-, münz- oder
handtellergroß; bei einzelnen Patienten kann auch der ganze Oberkörper
betroffen sein. Neben diesen meist runden, schuppenden Herden gibt es
als Sonderform die pustulöse Form, bei der sich die zunächst
typischen schuppenden Hautherde zunehmend mit Pusteln, d. h. mit Flüssigkeit
gefüllten Bläschen bedecken können. Diese Art der Krankheit
ist zwar sehr selten, leider aber auch schwer zu behandeln. Nach dem Platzen
der Bläschen können zudem Bakterien in die Haut eindringen und
eine Entzündung hervorrufen. Anhand der Ausbreitung der Krancheit
unterscheiden wir zwi chen einer lokalisierten und einer neralisierten
Form. Lokalisiert wären beispielsweise Veränderungen, die
die Ellbogen oder die Kniescheiben betreffen oder andere umschriebene
Hautbereiche, generalisiert dagegen, wenn praktisch die gesamte Körperoberfläche
gleichzeitig betroffen ist.
Ein Wissenschaftler nameixs Besnier beschrieb 1888 erstmals das gemeinsame
Auftreten von Schuppenflechte und Gelenkbeschwerden. Er nannte die Form,
die nur bei 5-7 aller an Psoriasis erkrankten Patienten vorkommt, Psoriasis
arthropathica. Dabei greifen die Abwehrzellen des eigenen Körpers
die Gewebe der Gelenke an. Eine typische Stelle, die von der Schuppenflechte
betroffen sein kann, ist die Kopfhaut. Dies zeigt sich in erster Linie
in einer hartnäckigen Schuppenbildung, wobei nicht immer der ganze
Kopf betroffen sein muß, sondern - und das ist eher häufiger
- einzelne Bereiche. Auch hier gilt wieder, daß nicht jede Schuppenbildung
mit einer Schuppenflechte gleichzusetzen ist. So achtet der Arzt bei der
Untersuchung auf weitere Hinweise für eine Schuppenflechte, oder
aber er grenzt durch eine ausführliche Befragung und durch eine genaue
Betrachtung der Kopfhaut weitere mögliche Erkrankungen aus.
Hierzu gehört unter anderem ein Pilzbefall der Kopfhaut, der vor
allem bei Kindern auftritt, die zu Hause Katzen haben oder häufig
mit Katzen spielen, die ähnliche schuppende Herde auf ihrem Fell
haben.
Der Arzt kann, um einen Pilzbefall sicher auszuschließen, Schuppen
von der Kopfhaut abnehmen. Wachsen auf einem bestimmten Nährboden
innerhalb einiger Wochen Pilze heran, so ist der Pilzbefall sicher nachgewiesen.
Eine weitere Ursache für eine plötzliche, starke Schuppenbildung
der Kopfhaut kann sein, daß Sie ein Haarshampoo oder eine Tönung,
selbst wenn Sie diese über Wochen oder sogar Monate immer wieder
verwendet haben, plötzlich nicht mehr vertragen. Meist sind dann
aber Körperstellen wie Gesicht oder Rücken, die auch mit dem
Shampoo Kontakt hatten, mitbetroffen. Bei genauer Befragung ergibt sich
hier oft schon ein Zusammenhang, den der Allergologe mit einem Pflastertest
bestätigen kann. Eine weitere Ursache für Kopfschuppen kann
auch eine allergische Veranlagung sein, z. B. eine Neurodermitis. Die
Kopfhaut ist hier meist sehr trocken, und bei der Untersuchung der Haut
finden sich oft auch noch andere Erscheinungen, die zu diesem Krankheitsbild
gehören. Es gibt noch weitere Gründe für eine Schuppenbildung,
die der Arzt durch eine Untersuchung und eine gezielte Befragung feststellen
kann.
So achtet er bei der Untersuchung auf eine Schuppenflechte ganz besonders
auf die Finger- und Zehennägel. In vielen Fällen finden sich
Tüpfelnägel oder Ölflecknägel. Der untersuchende Arzt
wird diese Merkmale als Hinweis für eine Schuppenflechte und zur
Abgrenzung gegenüber den anderen zuvor erwähnten Erkrankungen
nehmen. Die Art der Hauterscheinungen und die Dauer der Erkrankung kann
niemand vorhersehen, der Verlauf schwankt bei jedem einzelnen Kranken.
Es ist auch nicht vorhersehbar, ob und wann ein Mensch, der die Veranlagung
hat, Hauterscheinungen ausbildet. Im Laufe vieler Jahre und auch bei eigenen
Beobachtungen hat sich jedoch gezeigt (vorausgesetzt, es ist eine Veranlagung
vorhanden), daß gewisse Auslöser oder Reizfaktoren den Beginn
oder das Wiederauftreten der Erkrankung fördern können.
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